Der bisherige Reigen der Bürgermeister-Kandidaten im Städtedreieck

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Im April 2018 sind die Wähler in Bad Blankenburg, Saalfeld und Rudolstadt aufgerufen, ihren Bürgermeister für die dann folgenden sechs Jahre zu küren. Unter der Heidecksburg ruht der Kandidaten-See (noch) still. Das dürfte darauf zurückzuführen sein, dass der derzeitige parteilose Amtsinhaber Jörg Reichl (Bürger für Rudolstadt) wieder kandidieren muss und fraglich ist, ob gegen den damit aussichtsreichsten Bewerber überhaupt jemand als Zählkandidat antreten will. Alles andere als eine dritte Amtszeit bereits im ersten Wahlgang dürfte einem politischen Erdbeben gleichkommen und ist nicht zu erwarten. Vor sechs Jahren hatte Reichl mit 63,1 Prozent der Stimmen deutlich die Nase vorn. Unter „ferner liefen“: Elke Träuptmann (Freie Wählergemeinschaft) mit 11,2 Prozent, Roberto Kobelt (Grüne) mit 11,2 Prozent, Götz Kölbl (Linke) mit 10,4 Prozent, Friedhard Beck (Einzelbewerber) mit 4,1 Prozent. Fraglich, aber nicht ausgeschlossen ist derzeit, ob Grüne. AfD und Linke in Rudolstadt Bewerber ins Rennen schicken.

Frank Persike (Linke) wird in Bad Blankenburg nach zwei Amtsperioden aus Altersgründen nicht wieder kandidieren. Zwei potenzielle Nachfolger haben bereits ihre Kandidatur angekündigt: Mike George (Freie Wähler) und Thomas Schubert (CDU). Erwartet wird, dass als Dritter im Bunde Thomas Persike (Linke), der ebenso wie seine Mitbewerber bereits im Stadtrat sitzt, kandidieren wird. Schubert war 2012 mit 17,6 Prozent gegen den damaligen Amtsinhaber (68,9 Prozent) deutlich unterlegen. Dr. Martin Maisel (Freie Wähler) war auf 13,5 Prozent gekommen. Möglicher Weise wird es in Bad Blankenburg einen vierten Bürgermeister-Kandidaten geben: Hoch gehandelt wird Raik Büttner. Weder von AfD noch von SPD gibt es Signale, einen eigenen Bewerber an den Start zu schicken. In Bad Blankenburg gilt eine Stichwahl als nicht ausgeschlossen.

Der aus Altersgründen in Saalfeld nicht wieder kandidierende Matthias Graul (parteilos) hatte 2012 84,4 Prozent der Stimmen auf sich vereinigt, Norbert Schneider (Linke) kam auf 15,6 Prozent. Der im nächsten Frühjahr kandidierende CDU-Kreischef und Stadtratsvorsitzende Dr. Steffen Kania hat dazu vorgestern seinen 9-Punkte-Plan Saalfeld gemeinsam gestalten vorgelegt. Auch der SPD-Stadtratsfraktionsvorsitzende und derzeit als Rechtsanwalt tätige Steffen Lutz hat seinen Hut in den Ring geworfen. Wenn die Linken keinen eigenen Kandidaten aufstellen sollten, läuft es auf einen Zweikampf hinaus. Denn wie zuverlässig zu erfahren war, wird es keinen AfD-Bewerber in Saalfeld geben.

Andreas Kühn