Dann binde doch ein Kopftuch um!

Allgemein, Ansichten, Bullshit

Die in der DDR aufgewachsene Generation 50plus wird sich noch an die – zugegebener Maßen weder sonderlich originellen, noch intelligenten Anmachsprüche der 1970er Jahre erinnern. Einer davon lautete: “Darf ich bitten oder tanzen wir erst?” Keine junge Frau wäre auch nur im Traum auf die Idee gekommen, deshalb zum Lehrausbilder, FDJ-Sekretär oder Schuldirektor zu laufen. Gleichstellungsbeaufragte gab es damals – zum Glück! – noch nicht.
Das hat sich grundlegend geändert. Heutzutage sind bereits banale Komplimente “sexistisch” oder “frauenverachtend”. Rainer Brüderle kann nicht als Einziger ein Lied davon singen.

Jetzt legt eine Berliner SPD-Politikerin aus Berlin noch einen drauf. Staatssekretärin Sawsan Chebli mokiert sich über folgenden Satz aus dem Munde eines Mannes: „Ich habe keine so junge Frau erwartet. Und dann sind Sie auch so schön.“ Das sagt eben jene Frau, die über ihren Vater wie folgt ausführte: „Mein Vater ist ein frommer Muslim, spricht kaum Deutsch, kann weder lesen noch schreiben, ist aber integrierter als viele Funktionäre in der AfD, die unsere Verfassung in Frage stellen.“
Stolz auf einen Vater, der auch nach 40 Jahren in Deutschland kein Deutsch spricht, sich aber über “Sexismus” echauffieren: Genau mein Humor!
Wenn Chebli künftig von Komplimenten verschont bleiben möchte, wüsste ich Rat: Ein Kopftuch umzubinden, wäre hilfreich.

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Innenminister Thomas de Maizière (Christlich Demokratische Union) hatte vor Kurzem geäußert, er halte muslimische Feiertage in Deutschland für denkbar. Allah Heiligen zum Beispiel? Ich hätte da drei Tage im Blick, an denen auch Nichtmuslime gerne mitfeiern würden:

Passend könnte zum Beispiel der 18. oder der 25. Oktober sein. Genau weiß die Geschichtsschreibung nicht, an welchem der beiden Tage im Jahre 732 die „Schlacht an der Straße der Märtyrer“ (بلاط الشهداء) statt fand. Karl Martell stoppte die nach Gallien vorgestoßenen Araber und verhinderte deren Vormarsch gen Westen.

Denkbar wäre auch der 12. September. König Jan III. Sobieski und seine polnisch-deutschen Truppen schlugen 1683 am Kahlenberg vor Wien die osmanische Armee, dass ihnen hören und sehen verging.

Schließlich wäre auch die Umwidmung eines christliches Tages möglich: Zu Ehren von Sankt Nimmerlein würden auch Konfessionslose gern frei haben. Man könnte aber auch einen beliebigen Tag im Jahr zum „Tag der Dauerbeleidigten“ erklären – dann können auch tausende Nichtmuslime kräftig mitfeiern.

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Dass sprachlicher Schwachsinn immer noch steigerbar ist, beweist das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Über das politisch korrekte, aber inhaltsleere Wort „Geflüchtete“ hänge ich mal das Mäntelchen des Schweigens. „Beheimateter“ hat doch glatt das Zeug zum Unwort des Jahres!

Andreas Kühn