Coffeeshop statt Forstbaumschule

Allgemein, Thüringen, Wirtschaft

ThüringenForst, mit 200.000 Hektar größter Waldbesitzer im Freistaat, nimmt die jüngste Hanf-Legalisierung durch den Bundestag zum Anlass, ein neues, hochlukratives Geschäftsfeld zu eröffnen. In der betriebseigenen Forstbaumschule Breitenworbis sollen demnächst Cannabispflanzen zwischen Douglasien, Buchen und Ahornen gezogen werden. Damit verspricht sich die Landesforstanstalt, neben dem Holzverkauf, ein wirtschaftlich attraktives, zweites Standbein. Gleichzeitig kann bei der bisherig nur zu 70 % ausgelasteten Forstbaumschule eine bessere Rentabilität erreicht werden. Derzeit wird in den Forstämtern die bauliche Umwandlung der Wildkühlzellen in Coffeeshops geprüft.

„Die Vermehrung, die Anzucht und die Ernte von Hanfpflanzen unterscheidet sich nur unwesentlich vom Forstpflanzenmanagement“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Auch soll im Forstliche Forschungs- und Kompetenzzentrum Gotha (FFK) der Bereich Forstpflanzenzüchtung um den Forschungsauftrag „Ciff“ (Cannabis in fucking forests) erweitert werden. Entsprechende Forschungsgelder wurden seitens der EU-Bürokratie haushaltsneutral in Aussicht gestellt. Die notwendigen Finanzmittel sollen aus Kürzungen der EU-Medienkampagne „Rauchen ist tödlich“ abgeleitet werden. Nach Einschätzung gut informierter Forstkreise soll die Landesforstanstalt kurz vor der Mitgliedschaft im Deutschen Hanfverband stehen.

Die Forstbaumschule Breitenworbis, außerhalb der Ortschaft verkehrsgünstig direkt an der Autobahn A 38 gelegen, bietet rund fünf Hektar Anbaufläche in Folienhäusern für das Projekt „Ciff“. Die in der Forstbaumschule gezogenen jungen Hanfpflanzen sollen sodann zusammen mit Buchen, Eichen und Weißtannen thüringenweit an alle 24 Forstämter ausgeliefert werden, um auf einsam gelegenen Waldstandorten mit den Jungpflanzen die Cannabisproduktion zu beginnen. Um Verbiss und Schäle durch Rot- und Rehwild zu verhindern, werden die Flächen gezäunt. Gebhardt rechnet frühestens 2018 mit ersten Hanferträgen. Ob alle 24 Thüringer Forstämter künftig um einen Coffeeshop für den Freihandverkauf erweitert werden, steht dagegen noch nicht fest.

Man beachte das Datum: APRIL, APRIL!