CDU-Landtagsabgeordneter: „Schluss mit der Verharmlosung des Wolfs“

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„Der Wolf passt nicht zu der für die Thüringer Kulturlandschaft so wichtigen Weidetierhaltung. Mir hat noch niemand erklären können, wozu wir den Wolf hier brauchen.“ Mit diesen Worten hat der stellvertretende Vorsitzende der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag, Egon Primas, den jetzt bekannt gewordenen Riss dreier weiterer Tiere auf einer Weide bei Ohrdruf kommentiert. Die Fakten zum Erhaltungszustand des Wolfes in Mitteleuropa lieferten keine ausreichende Begründung für die weitere Einordnung dieser Tierart in höchste Schutzkategorien. „Während sich die einen über die Bereicherung der Tierwelt freuen, fürchten Landwirte schlicht um ihre Existenz“, meint Primas zum bestehenden Konflikt. Dieser werde sich verschärfen, wenn nicht unverzüglich gehandelt werde. Der CDU-Politiker fordert deshalb eine offene Debatte über verantwortliche Wege in der Bestandsregulierung von Wölfen durch die Jagd ein: „Wir müssen die Wolfspopulation in einen Zustand bringen, der im Einklang mit der Kulturlandschaft und dem Sicherheitsgefühl der ländlichen Bevölkerung steht“, so der stellvertretende Fraktionschef.

Im Juli, August und September 2017 kam es im Umkreis des Standortübungsplatzes Ohrdruf mehrfach zu Rissen, denen mehr als 50 Nutztiere zum Opfer gefallen sind. „Umweltministerin Anja Siegesmund hat viel zu spät erkannt, dass unverzüglich Klarheit über den Wolfsbestand um Ohrdruf geschaffen und valide Bestandszahlen ermittelt werden müssen“, so Primas‘ Urteil. Mit der Installation einer dichten Kameraüberwachung will Siegesmund „in diesem Monat beginnen“. Der CDU-Abgeordnete fordert, dass „Schluss sein muss mit der Verharmlosung des Raubtieres. Beispiele aus anderen europäischen Ländern zeigen, wie Wolfspopulationen reguliert werden können, ohne den Schutz der Art in Frage zu stellen.“ Primas verweist auf Schweden, wo die sogenannte Schutzjagd möglich ist. Einen Antrag der CDU-Fraktion, der unter anderem eine Wolfsverordnung fordert, die auch eine sogenannte Schutzjagd ermöglicht, wird der Landtag im Septemberplenum behandeln. „Damit sollen die rechtlichen Grundlagen geschaffen werden, um zukünftig Wolfsbestände regulieren zu können, bevor unbeherrschbare Situationen entstehen“, so der stellvertretende Fraktionsvorsitzende abschließend.

Olaf Kießling, umweltpolitischer AfD-Fraktionssprecher und AfD-Landtagsabgeordneter für den Ilm-Kreis und Gotha, erklärte: „Die AfD-Fraktion fordert die ‚gezielte Entnahme‘ des Problemwolfs. Ein Export nach Sibirien könnte eine Möglichkeit sein. Schon jetzt ist großer Schaden in der Region um Ohrdruf entstanden. Ich mache dafür auch die naive Politik von Umweltministerin Anja Siegesmund verantwortlich. In ihrer Regierungserklärung im letzten Plenum des Thüringer Landtags sprach sich Frau Siegesmund für mehr Schafe in Thüringen aus, um mehr Flächen beweiden zu können. Trotzdem möchte sie auch uneinsichtiger Weise den Wolf in Thüringen ansiedeln. Ich sage, beides funktioniert nicht problemlos. Siegesmund muss sich entscheiden. Mit ihrer jetzigen Politik füttert sie Wölfe mit Schafen.“