CAP-Markt Saalfeld: Chancen, Arbeit, Perspektiven

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Am Saalfelder Markt eröffnete die Arbeiterwohlfahrt Unter den Liden auf den Tag genau vor einem Jahr den dritten CAP-Markt in Thüringen, den einzigen im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt.  Davor gab es ein Jahr lang keine Möglichkeit, im Zentrum der Feengrottenstadt Dinge des täglichen Bedarfs einzukaufen. CAP steht erst einmal für die zweite Silbe des Wortes Handicap. Bedeutet aber vor allem: Chancen, Arbeit, Perspektiven.  Während der Öffnungszeiten herrscht seit 365 Tagen Stunde für Stunde geschäftiges Treiben auf 198 Quadratmetern Verkaufsfläche: Frische Produkte (viele davon aus der Region), barrierefreier Zugang, angenehmes Ambiente.

Sieben der 14 Mitarbeiter leben mit einem gesundheitlichen Handicap, das ihnen anderswo eine berufliche Tätigkeit sehr erschweren würde. Für die AWO ist der CAP-Markt Teil ihres Leitbildes. Inklusion ist nicht nur eine Vision, sondern gelebte Realität.

“Für den täglichen Einkauf bieten wir ein Sortiment von mehr als 3.000 verschiedenen Artikeln”, sagt Marktleiterin Sylke Lengersdorf. “Zusätzlich zu dem, was uns Edeka als Hauptlieferant zur Verfügung stellt, haben wir weitere regionale Angebote. Zu unseren Lieferanten gehören u. a. Naturfleisch Oberweißbach, die Herzgut Molkerei Schwarza, Fisch Cramer oder die Bäckerei Räthe.” Für Naschkatzen gibt es Süßwaren aus dem Rotstern, für Bierliebhaber steht Gerstensaft aus dem Saalfelder Brauhaus im Regal.

“Unser Markt wurde vom ersten Tag an gut angenommen. Acht von zehn Käufern können wir Stammkunden nennen”, sagt die Chefin. “Der Kreis derer, die gern und häufig Unter den Liden einkaufen, geht weit über Saalfelder Kundschaft hinaus. Ein Pluspunkt für uns ist, dass sich die Bushaltestelle fast vor unserer Eingangstür befindet. So kommen neben Gorndorfern auch Reschwitzer und Kunden von der Saalfelder Höhe oft zu uns.”

Die AWO hat nicht gekleckert, sondern geklotzt: Ein ordentlich sechsstelliger Betrag wurde investiert. Rund eine halbe Million Euro waren nötig für die Ladeneinrichtung sowie die Erstausstattung mit Waren. Ohne finanzielle Förderungen durch die “Aktion Mensch” sowie das Integrationsamt in Gera wäre das nicht möglich gewesen. Die Bilanz des ersten Jahres ist positiv: “Wir bewegen uns im Rahmen des Prognostizierten”, sagt Achim Jaeckel von der Unternehmensentwicklung der AWO.

Zum ersten Geburtstag wird die AWO ein Geschenk ihrer Kunden im CAP-Markt an das Rotary-Hilfwerk für das Programm POLIOPLUS im weltweiten Kampf gegen die Kinderlähmung überreichen: 503,28 Euro befanden sich im “Sparschwein” an der Kasse. Kleingeld machte also keinen Mist, sondern dient künftig einem guten Zweck.

Montag bis Freitag  ist von 8.00 Uhr bis  19.00 Uhr geöffnet, an Samstagen von 8.00 Uhr bis 14.00 Uhr. Eine Besonderheit im Außenbereich ist der Regiomat: Dort findet man außerhalb der Öffnungszeiten auf Knopfdruck vor allem das, was schnell mal in den heimischen vier Wänden zur Neige geht.

Der bundesweit erste CAP-Markt wurde 1999 eröffnet, nunmehr sind es in ganz Deutschland bereits mehr als 100 solcher Einkaufsstätten. In den CAP-Märkten erwirtschaften bundesweit rund 1.500 Menschen in Voll- oder Teilzeit einen Umsatz von mehr als 160 Millionen Euro.

One thought on “CAP-Markt Saalfeld: Chancen, Arbeit, Perspektiven

  • Mir kommt der kalte Kaffee hoch, wenn ich schon AWO lese und höre und dass die 0,5 Mio. Euro „investiert“ haben. Woher kommt den das Geld? Geschenke und Zuwendungen kann jeder investieren. Ist keine Heldentat. Überall der Anstrich der „Nützlichkeit“ ohne angeblichen Eigennutz. Nur Fassade. Hinter den Kulissen gehts knallhart gegen die Menschen zur Sache, weil es im System BRD gar nicht anders geht. In den Heimen sind monatliche Eigenleistungen/Zuzahlungen im vierstelligen Bereich die Regel. Obwohl die (jede) AWO nur von Zuwendungen, Geldgeschenken und Lottomitteln existieren kann. Außerdem werden Bewohner, Angehörige oder eben der Steuerzahler für Pflegeheime und alle anderen Projekte der AWO abgezockt. Für die Stadt Saalfeld ist es eine Schande, dass die es nicht wollen, dass es einen Markenvollsortimenter direkt in der Stadt gibt (sind schon mit dem Thema Marktkauf überlastet). Angebote gab es z.B. auf dem ehem. Schlachthofgelände. Auch was die wenigsten wissen ist die Tatsache, dass dort, wo jetzt die AWO „Seniorenresidenz“ Grüne Mitte steht (Knochstr. 2) eigentlich ein SB Markt Neubau (Edeka) geplant war. Die AWO war früher in der Bergfried Klinik eingemietet. Das kostete aber Miete. Die Grüne Mitte wurde denen ja quasi geschenkt. Fragt man Bewohner und Mitarbeiter die noch den Bergfried kennen, kommen die ins schwärmen und lehnen den kalten Billigzweckbau in der Grünen Mitte ab. Die Krauße AWO ist ein Immobilienzockerladen und über kurz oder lang knallt es sowieso. Dann stehen gewisse Leute bereit, um diesen Spuk ein für alle mal zu beenden. Achso, es ist für Saalfeld schön, dass sie als Kreisstadt (und wenn man den Inshalla Bodo samt seiner PDSSPDGRÜNLINKS Bande glauben soll, bald der Sitz des größten Großkreisverwalters aller Zeiten wird) immerhin einen SB Laden in der Stadt haben. Dafür geht in Schwarza Nord II der Einkauf zu Ende, weil dort die Kaufhalle schließt. Es war ein Einzelkämpfer, der eben nicht AWO hieß und jetzt aus wirtschaftlichen Gründen dicht machen muss. Schöne neue Welt. Also Krauße oder besser Tschoepke, macht aus der Kaufhalle auch einen CAP Markt!

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