Asylbewerber-Unterkunft in Neustadt an der Orla wird geschlossen

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Das Landratsamt Saale-Orla-Kreis wird keine Asylbewerber mehr in der Gemeinschaftsunterkunft in Neustadt an der Orla unterbringen. Der Betreibervertrag mit dem Deutschen Roten Kreuz wurde nach Angaben des Landratsamts fristgerecht zum 30. April gekündigt.

Hintergrund für diese Entscheidung bildet die Tatsache, dass angesichts der Flüchtlingsströme insbesondere Ende 2015 und Anfang 2016 in Schleiz und Hirschberg insgesamt drei neue Gemeinschaftsunterkünfte eingerichtet wurden, die Asylbewerber-Zahlen im Saale-Orla-Kreis in den letzten Monaten allerdings stetig zurückgingen. „Keine der Gemeinschaftsunterkünfte ist ausgelastet, eine steht sogar ganz leer“, informiert Jürgen Hauck, Leiter der Stabsstelle Ausländerwesen/ Integration im Landratsamt.

Die Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in Neustadt an der Orla besteht bereits seit Mitte der 90er Jahre. „Es wären aufgrund der langen Nutzungszeit der Immobilie nach und nach allerlei bauliche Maßnahmen in Neustadt nötig gewesen“, so Hauck. „Wir gehen hier mit öffentlichen Geldern um, und das muss sehr sorgsam geschehen“, betont der Leiter der Stabsstelle. So habe man intern die weitere Betreibung der Gemeinschaftsunterkunft einer Prüfung unterzogen und sei zu dem Schluss gekommen, die Unterkunft zu schließen, so Hauck weiter. Die derzeit 21 Bewohner der Neustädter Unterkunft werden voraussichtlich bis Ende Februar auf die drei anderen Gemeinschaftsunterkünfte sowie die Wohnungen verteilt. „Sollte es wieder deutlich mehr Zugänge an Asylbewerbern in den Landkreis geben, sind wir trotz der Schließung der Unterkunft in Neustadt weiterhin gut auf deren Unterbringung und Betreuung vorbereitet“, erklärt Hauck.

Hintergrund:
Aktuell leben im Saale-Orla-Kreis 445 Asylbewerber, die in der Zuständigkeit der Asyl- und Sozialleistungen des Landratsamtes Saale-Orla-Kreis liegen (sobald Asylbewerber nämlich anerkannt sind, wechselt diese Zuständigkeit zum Jobcenter derjenigen Kommune, in der sie ihren Wohnsitz haben).
Der Landkreis hält für die Unterbringung der Asylbewerber derzeit 210 Wohnungen im gesamten Kreisgebiet vor – die meisten in Pößneck, Bad Lobenstein und Neustadt an der Orla. Außerdem nutzt der Saale-Orla-Kreis für die Unterbringung der Asylbewerber neben der Unterkunft in Neustadt an der Orla zwei weitere Gemeinschaftsunterkünfte in Schleiz und eine weitere in Hirschberg. Die Betreuung der Unterkünfte in Schleiz und Hirschberg erfolgt durch die Sozialarbeiter des Landratsamtes.
21 Personen leben aktuell in der Gemeinschaftsunterkunft in Neustadt an der Orla (Maximalbelegung: 60 Personen).
In einem Wohnblock in Hirschberg leben derzeit 23 Personen in einer Gemeinschaftsunterkunft mit Wohnungsunterbringung (Maximalbelegung: 66 Personen).
Die obere Etage des Förderzentrums in Schleiz (Maximalbelegung: 82 Personen) steht bereits seit September 2016 leer. Die baulichen und ausstattungstechnischen Gegebenheiten im Förderzentrum erlauben aber, dass hier im Falle hoher Zugänge sofort wieder Menschen einziehen können.
In der Unterkunft im Löhmaer Weg in Schleiz (Maximalbelegung: 70 Plätze) sind im Moment 47 Personen untergebracht.