Alt-Landrat Dr. Thomas zur Wiederaufstellung einer Marx-Büste in Rudolstadt: Karl Marx ist nicht ehrwürdig

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Der Alt-Landrat des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt, Dr. Werner Thomas, zur Wiederaufstellung der Büste von Karl Marx:

In der OTZ vom 3.5.18 wurde die Fachdienstleiterin für Kultur und ehemalige Lehrerin Rottschalk zitiert, daß der Stadtrat über die Wiederaufstellung der Büste von Karl-Marx, die in der DDR viele Jahre auf dem früheren Karl-Mark-Platz in Rudolstadt stand und im Jahr 1990 im Zuge der Revolution 1989/90 entfernt wurde, informiert worden sei. Das trifft nicht zu. Mit dem Wissen vom 4.5.18 werden folgende Hinweise gegeben. In der Sitzung des Kultur- und Sozialausschusses am 25.4.18 wurde über die Wiederaufstellung informiert und sei auch etwas diskutiert worden. Es sei auch erwähnt worden, daß der Stadtrat für eine solche Entscheidung nicht zuständig sei. In der Sitzung des Hauptausschusses am 26.4.18 wurde die Behandlung der Angelegenheit in der Sitzung des Ausschusses für Kultur und Soziales erwähnt. Weder in der Sitzung des Stadtrates am 12.4.18 noch in den monatlichen Berichten des Bürgermeisters im Jahr 2018 wurde die Angelegenheit erwähnt.

Wertung: Eine Person wird zu zwei verschiedenen Zielen öffentlich dargestellt. Entweder zur Bestrafung am Pranger oder zur Ehrung durch ein Standbild bzw. ein Büste. Da ersteres mit der Wiederaufstellung in Rudolstadt nicht gemeint sein wird, muß das zweite Ziel in der Entscheidung von Herrn Bürgermeister Reichl angenommen werden. Die Person Karl Marx ist unter zwei Aspekten nicht ehrwürdig. Aus privaten nicht, weil er die viele Jahre in seiner Familie tätige Hausangestellte Helena Demuth vielfach zu Geschlechtsverkehr mit ihm anhielt, was als Geschlechtsverkehr mit Abhängigen unter Umständen einen Straftatbestand darstellen kann. Der Sohn, den Frau Demuth daraufhin gebar, wurde in eine Pflegefamilie gegeben, Marx bekannte sich nie zur Vaterschaft, kümmerte sich nie um ihn und leistete auch keinen Unterhalt. Auf Befehl von Josef Stalin sollen vorhandene Dokumente zu der Angelegenheit am 2.1.1934 als Geheimdokumente der Forschung entzogen worden sein.
Aus politischer Sicht eignet sich Karl Marx mindestens so viel wie aus privater nicht zu einer Ehrung. Die politischen und wissenschaftlichen Schriften und Aufrufe von Marx wurden nicht nur von seinen politischen Nachfolgern gebraucht und mißbraucht, sondern sollten auch im Verfolgen seiner Ziele durch Marx selbst genutzt werden zu Ergebnissen, die ausschließlich zu verheerenden wirtschaftlichen, politischen und menschlichen Ergebnissen führten. Solche sozialistischen und kommunistischen Gewaltherrscher wie Lenin, Stalin, Breschnew, Mao Tse-Tung, Pol Pot und viele tausende weitere mit diktatorischen Mitteln herrschende Funktionäre in Mittel- und Osteuropa, Afrika und Asien handelten jahrzehntelang im Namen von Marx und beriefen sich in Rundfunk, Fernsehen, Zeitungen und riesigen Plakaten auf ihn. Das Ergebnis dieser Nachfolgepolitiker waren viele Millionen Tote, schlimme wirtschaftliche Zustände und enorme Schäden in der Natur.

Oberpfarrer Andreas Kämpf aus Bad Blankenburg schreibt: Dem kann ich nur beipflichten. Wie heißt es im Zauberlehrling: „Die ich rief die Geister, werd ich nun nicht los.“

2 comments

  • Marx aus der Grube
    Klasse, großartiger Coup, die Nummer mit dem Marx Kopf von Fritze Cremer (Folkwang-Studi, mindesten dreifacher NPT der DDR…) im Hinterhof der Superintendentur des Ev. Kirchenkreises Saalfeld Rudolstadt und dies ohne Planfeststellungsverfahren und unnötige Nachfragen bei den Nachbarn. Unbüro-kratisch über Nacht! So kann´s auch gehen. Difficile est, satiram non scribere – sagt ein alter Latrinenschreiberling! Es gibt doch historische Gerechtigkeit! Der größte Sohn des deutschen Volkes, Wohltäter der arbeitenden Massen und der Heilige aller intellektuell Redlichen im Hof einer Anstalt des stolzen Restbildungsbürgertums einer Provinzstadt, die sich gerne Realitäten – z.B. vom Alltagsrassismus ihrer Kleinbürger geradelügt. Aber immerhin Auferstehung! Was wollen die Klerikalinskies eigentlich? Und was eigentlich, wenn Dritter Weg, NPD oder AFD erst `recht` ihre größten deutschen Söhne wieder platzieren, weil sie ein ähnlich ur- demokratisches Partizipationsverständnis haben! Dann als Antwort Lenin oder Geschrei, weil die nicht haben was unser Recht ist. Und warum Lenin nicht auf dem Problem-Dreieck vor der Stadtkirche aufstellen? Da gehört es hin, um in angemessener Form auf die antagonistischen Widersprüche in der geistigen Verfassung dieser Stadt hinzuweisen. Wunderbare Posse.
    Ob es dem Tourismus dient? Oder hilft, bei der Lösung unserer sozialen Verwerfungen, wie ein ausgewiesener linker Mitbürger glaubt zu bejubeln? Herzlichen Dank für dies oberflächliche Tiefsinnigkeit! Mensch da habt ihr was geleistet – vollkommen Sachgrundfremd – Chapeau, Chapeau Volksvertreter wie -Verwalter! Johannes-Martin Weiss, Pfarrer u.a. auch weil Marxjünger es so wollten.

  • Bei allem was geschrieben ist und bei allem was aus Marx seiner Spaltungspolitik gelungen ist, ist seine Lehre ein Hauptteil der Geschichte des 20. Jahrhundert. Das die Abdankungen unserer Bundesfürsten vor 100. Jahren einer Entwicklung geschuldet sind, welche den sozialen Nebeneffekten durch die Industriealisierung aus dem 19. Jahrhundert herrühren darf man nicht außer Acht lassen. Ich breche keine Lanze für Marx, das wie er privat gelebt hat, kommt in den besten Familien vor. Auf diese Bewertung lasse ich mich nicht ein. Wir im 21. Jahrhundert haben aber die Chance aus den Erfahrungen der Geschichte zu lernen und dabei auch zu Verstehen was Rechtschaffendheit bedeutet. Dazu sollten wir uns im positven Denken damit befassen, um Revolutionsunrecht objektiv bewerten und denen zu Danken und würdigen, von welchen Ihrer Kultur wir heute noch leben und zehren. Es waren nicht nur Schiller und Goethe, es war der residierende Adel, welcher in 12 Staaten Europas nicht enteignet wurde, auf den Grundlagen des Kapitals. Deshalb müssen wir uns erst mal klar werden, was geschichtliche Aufarbeitung bedeutet, den jede Zeit hat seine Zeit.

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