Scheinheilige & Schlafschafe

Allgemein, Ansichten, Bullshit

Der evangelische Pressedienst epd dürfte hinreichend unverdächtig sein, Fake-News zu verbreiten. Er zitiert Reformationsbotschafterin und Rotwein-Liebhaberin Margot Käßmann wie folgt: „Zwei deutsche Eltern, vier deutsche Großeltern: ‚Da weiß man, woher der braune Wind wirklich weht.“ Ein Satz, der es mehr als wert ist, dass ihn sich Millionen Deutsche auf der Zunge zergehen lassen. Alles Nazis – außer Margot? Dafür gibt es den „Bullshit der Woche“ am Kirchentagsschal – mit Rotweinkorken sauber garniert.

Bischof Markus Dröge machte seinem Nachnamen alle Ehre als er einwandte, man dürfe Christenverfolgung auch nicht dramatisieren. Weiß dieser Vorzeige-Christ nicht, dass in der überwältigenden Mehrheit der 50 Länder, in denen Christen verfolgt werden, der Islam Staatsreligion ist? Oder möchte er das nicht wissen? Die banale Kleinigkeit weltweit 200 Millionen verfolgter Christen geht Dröge anscheinend meilenweit am Talar vorbei. Hat sich dieser weltfremde Scheinheilige Hirte schon einmal damit auseinandergesetzt, dass aus arabischen Ländern vor muslimischer Verfolgung geflohene Christen von muslimischen „Flüchtlingen“ auch in Deutschland unsäglich drangsaliert werden?

Und dann war da noch dieser Verkündiger der „Religion des Friedens“. Ahmad Mohammed Al-Tayyeb, Großimam der Kairoer Azhar-Universität und somit eine der großen Autoritäten des sunnitischen Islam. Der Scheich verwahrte sich dagegen, dass der Islam auf irgendeine Weise Gewalt gegen Andersgläubige befürworte. „Gewalt ist kein Element des Islam. Jeder, der sagt, dass der Islam mit Gewalt gegen andere vorgeht, ist unwissend oder will gezielt falsche Informationen verbreiten.
Wie war das doch gleich mit der 600-jährigen „Friedenszeit“ auf der Iberischen Halbinsel als die islamischen Herrscher mit allen Christen, die sich nicht unterwerfen wollten, regelrechte Schlachtfeste feierte? Auch Bulgarien kann vom osmanischen Joch ein Lied singen. Und, und, und. Die Liste wäre ellenlang. Doch anstatt diesen Taqiyya-Meister hochkant des Saales zu verweisen, dankte der Moderator für einen „wegweisenden Vortrag, der zu Herzen gegangen ist“.

Und dann war da noch das liebe Geld: Den größten Teil der Finanzierung (8,4 Millionen Euro) trägt Berlin, eines der drei Bundesländer mit den wenigsten Protestanten. Das Land Brandenburg reichte eine Million Euro rüber, die EKBO war mit 3,7 Millionen Euro am Start. Außerdem gibt es Förderungen in Höhe von 2,5 Millionen Euro von Seiten des Bundes. Aus Spenden und dem Verkauf von Eintrittskarten und Produkten des Kirchentagshops werden 7,4 Millionen Euro erwartet. 23 Millionen Euro kostet mutmaßlich die Selbstbeweihräucherung einiger Scheinheiliger unterm Strich. Die beteiligt sich nicht einmal zur Hälfte an den Kosten!

Das Motto des Kirchentages lautet: „Du siehst mich“. Die noch verbliebenen Schäfchen in der Herde von Bedford-Strohm, Dröge, Käßmann & Co. täten gut daran ihr künftiges Motto lauten zu lassen: „Ihr seht mich nie wieder!“

PS: Und dann war da noch ein gewisser Larry Cohen:

„Ich denke jeder, der sich anmaßt zu wissen, was Gott denkt,
gehört in die Psychiatrie.“

PPS: Martin Luther hätte den Schlafschafen wohl die Worte Albert Einsteins zugerufen: „Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein.“

Andreas Kühn

One thought on “Scheinheilige & Schlafschafe

  • In der Aufzählung der „Salbungsmeister“ fehlt nur noch einer der nicht unerwähnt bleiben sollte, unser Innenminister Thomas de Misere.
    Johann Tetzel hätte seinerzeit ihn bestimmt händewringend gern unter den Seinen gesehen.

    Große Worte, große Gesten. Aber die herausragensten Worte seiner Rede beim Kirchentag waren von ihm selbst in einen Satz zusammengefasst, ich zitiere: „„Unwissenheit ist der erste Schritt zur Intoleranz.“ Zitatende.
    Da hat er doch mal, wenn auch aus dem Context seiner Rede gerissen, den richtigen Satz gesagt. Leider hat dieser Satz ansonst nicht zum sonstigen Inhalt seiner Rede gepasst.

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