37 Polizeieinsätze in acht Monaten wegen junger Afghanen

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Seit April vergangenen Jahres leben unbegleitete minderjährige afghanische Asylbewerber (umA genannt) in Saalfeld in Wohngruppen der Lebenshilfe Am Bernhardsgraben. Der Verein beschreibt als „Voraussetzung für das betreute Jugendwohnen“ u. a. „das Vorhandensein einer eigenständigen Tagesstruktur (Schulbesuch, Ausbildung, Integrationsmaßnahme etc.), ein gewisses Mindestmaß an Selbstständigkeit sowie die Motivation zur aktiven Mitarbeit am Hilfeprozess“.

So weit, so schlecht. Die Wirklichkeit sieht anders aus: Massive Drogenprobleme, wie aus zuverlässiger Quelle zu erfahren war. Schulverweigerer. Gewalttätige, die auch Personal bedrohen. „Lebensfreude“, die ständig überschäumt. Ständige „Gäste“ der jungen Afghanen: Die Polizei. Zuständig: Das Jugendamt des Landkreises.

Unsere Fragen: Welche Maßnahmen wurden unternommen, um die umA zu regelmäßigem Schulbesuch zu animieren, ihnen gewaltfreies Verhalten beizubringen? Wie steht es inzwischen um die Deutschkenntnisse der Jugendlichen?

Die unsäglich nichtssagende Antwort in epischer Breite. Ich habe in mehr als drei Jahrzehnten als Journalist schon jede Menge Wortmüll von Behörden über mich ergehen lassen müssen. Diese Antwort aus dem Landratsamt übertrift alles:

Für Jugendliche gilt laut Thüringer Schulgesetz §§17 ff eine Schulpflicht. Das Jugendamt des Landkreises und die Jugendhilfeeinrichtung haben die Jugendlichen über die Bedeutung eines Schulabschlusses in Deutschland aufgeklärt und die Dringlichkeit des Schulbesuchs klar gestellt. Die Jugendlichen wurden zur Schulpflicht belehrt. Der regelmäßige Schulbesuch wird darüber hinaus im sogenannten Hilfeplan verankert und ist immer ein Richtungsziel für den Jugendlichen und die Einrichtung.

Das Jugendamt nimmt regelmäßig an Gruppenabenden teil und bringt Kooperationspartner wie z.B. Jugendschutz, Gesundheitsamt und Polizei mit. Darüber hinaus nimmt das Jugendamt an allen Krisengesprächen teil, so dass ein enger Kontakt zwischen Jugendlichen, Behörden und Einrichtung besteht.

Jugendliche, die nicht mehr unter die Vollzeitschulpflicht fallen, besuchen in der Regel verschieden gelagerte und in unterschiedlichen Intervallen stattfindende Sprach- und Integrationskurse. Es besteht auch hier eine enge Zusammenarbeit zwischen Jugendhilfeeinrichtung, Schulen/Bildungsträgern, der Schulsozialarbeit und dem Jugendamt.

Um die Deutschkenntnisse der Jugendlich stetig zu verbessern, werden sie im Rahmen der pädagogischen Arbeit im Gruppenalltag beim Lernen unterstützt. Die Regelschüler erhalten neben dem regulären Unterricht noch sogenannte DAZ (Deutsch als Zweitsprache) Stunden. In Sprach-/ Integrationskursen ist das Erlernen der deutschen Sprache das zentrale Element. Nach Einschätzung des Jugendamtes ist im Alltag eine gute Verständigung mit den Jugendlichen möglich.

Gewaltfreies Verhalten und das Erlernen von Handlungsalternativen zu abweichendem Verhalten ist ein dauerhafter Teil der alltäglichen pädagogischen Arbeit mit den Jugendlichen, unabhängig davon, ob die Jugendlichen einen Migrationshintergrund haben oder nicht. Darüber hinaus besteht hierzu eine enge Kooperation zwischen der Jugendhilfeeinrichtung, dem örtlichen Jugendamt und dem Jugendförderverein.

Grund genug, auch mal bei der Landspolizeiinspektion Saalfeld nachzuhaken. Deren Pressesprecher zeichnet ein ganz anders Bild:

„Nach hiesiger Recherche gab es seit Jahresbeginn 2017 bis zum heutigen Tag 37 Polizeieinsätze im Bereich der Unterkunft Am Bernhardsgraben. Unter anderem handelte es sich dabei um 17 Einsätze wegen vermisster, minderjähriger Asylbewerber, die zumeist nach kurzer Zeit selbst wiederkehrten, acht Fälle von Sachbeschädigungen und sieben Einsätze wegen des Verdachts von Körperverletzungsdelikten. In den meisten Fällen standen die Delikte im Zusammenhang mit minderjährigen Afghanen.“

Anmerkung: Das Bundesverwaltungsamt hat für unbegleitete minderjährige Asylbewerber (umA) einen durchschnittlichen Kostentagessatz von 175 Euro pro Kopf ermittelt, also 5250 Euro monatlich. Zwölf umA in Gorndorf könnten demzufolge monatlich mit rund 60.000 Euro zu Buche schlagen.

Stellt sich die Frage: Wann passiert Am Bernhardsgraben mal was? Oder haben ein Dutzend wild gewordener Afghanen Freibriefe für alles?

Andreas Kühn

One thought on “37 Polizeieinsätze in acht Monaten wegen junger Afghanen

  • Großartig, Kostentagessatz von 175,00 € täglich.
    Was doch unser Sozialstaat so alles leistet. da ziehe ich jetzt aber mal meinen Hut für.
    Doch Moment, zu bald gelobt und Hut gezogen.
    Hier die die anderen Zahlen:
    Hartz IV Regelbedarf Übersicht
    BEDARF pro Monat 2017 AB 2018
    Regelbedarf für Alleinstehende/ Alleinerziehende 409 € 416 €
    Volljährige Partner innerhalb einer Bedarfsgemeinschaft 368 € 374 €
    RL unter 25-Jährige im Haushalt der Eltern /
    Strafregelleistung für ohne Zustimmung ausgezogene U 25’er 327 € 332 €
    Kinder 0 bis 6 Jahre 237 € 240 €
    RL für Kinder von 6 bis unter 14 Jahre 291 € 296 €
    Kinder 14 bis unter 18 Jahre 311 € 316 €

    entnommen hier: http://www.hartziv.org/regelbedarf.html

    Noch weitere Fragen? KEINE!

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